Wer Malte kennt, der weiß, dass er Aquarien nicht erst seit „Findet Nemo“ bewundert und schon lange von einem eigenen großen Salzwasseraquarium träumt. Wer sich ein wenig damit auskennt, weiß aber auch, welche Anschaffungskosten mit einem Aquarium verbunden sind und dass man daher manchmal sehr lange träumen muss, bis man sich ein eigenes Aquarium leisten kann.
Wer mich kennt, weiß, dass ich mehr auf „Tiere zum Anfassen“ stehe und ich Aquarien zwar ganz nett finde, mich aber nie mit einem eigenen Aquarium gesehen habe.
Soooo toll sind die ja nun auch wieder nicht. Auf Dauer doch eher langweilig… -> Ich sollte mich irren.
Irgendwann im Dezember 2006 rief mein Papi mich an, ob wir nicht ein Aquarium haben wollen. Ein Freund von einem Kollegen habe eins zu verschenken, da er sich nicht mehr darum kümmern kann. Und wir könnten es uns ja wenigstens mal ansehen.
Klar warum nicht? Also riefen wir das nette Ehepaar einfach an und standen wenige Tage später vor einem sehr liebevoll gepflegten 350 Liter Süßwasseraquarium mit allem drum und dran. Sogar den Schrank dürfen wir haben, wenn wir möchten. Einzige Bedingung sei allerdings, dass wir das Aquarium so schnell wie möglich abholen.
Diese Bedingung hat uns eine Weile überlegen lassen, da wir im Januar eh umziehen und es uns natürlich deutlich lieber gewesen wäre, dass Aquarium erst dann abzuholen… Aber entweder mitnehmen oder es bekommt jemand anderes… Maltes leuchtende Augen haben uns die Entscheidung dann doch sehr einfach gemacht: wir holen es am Wochenende ab.
So sind wir dann mit Schwiegerpapis Sharan, meinen Eltern, meiner Schwester und drei guten Freunden im Gepäck losgezogen, dass Aquarium abzuholen. Allerdings haben wir den Transport doch sehr unterschätzt. Wir haben folgendes getan: das Wasser bis auf wenige Zentimeter abgelassen, so dass die Fische gerade noch so schwimmen konnten. Allerdings war das Gewicht des Aquarium inklusive „wenig“ Wasser, der Kiesschicht und der Arbeitsplatte darunter immer noch sehr gewaltig. Nur sehr mühsam und mit Hilfe von zwei Holzböcken, auf denen wir das Aquarium immer wieder abgestellt haben, ging es Zentimeter um Zentimeter nach draußen zum Auto. Schwierig waren dabei die Treppenstufen, da wir das Aquarium ja nicht kippen durften. Ins Auto selbst ließ sich das Aquarium mit einer Rolle drunter sehr gut schieben.
Anschließend noch den Schrank und ein paar Eimer Aquariumwasser in die anderen Autos verstaut, ging es dann langsam los in Richtung Tornesch. Dass wir uns keine gute Methode zum Transport überlegt hatten, wurde auch hier wieder sehr deutlich. Egal wie langsam wir fuhren, das Wasser schwappte immer von einem Ende zum anderen, der Kies rutschte ebenfalls hin und her, die Fische waren sichtlich panisch und versuchten sich dort zu verstecken, wo noch am meisten Wasser war.
In Tornesch dann das nächste Problem: Wie bekommen wir das riesen Ding nun die Treppe in den ersten Stock rauf? Kein Platz, um die Böcke abzustellen, das Aquarium darf nicht kippen und unsere Kräfte schwinden… Nach den ersten beiden von drei Treppen, waren wir am Ende und völlig fertig. Ich weiß nicht, ob und wie wir das Aquarium noch in die Wohnung bekommen hätten, wäre mein Nachbar nicht gerade in diesem Moment gekommen. Er hat dann mit frischem Elan mit angefasst und eins, zwei, drei, waren auch die letzten Stufen geschafft. Durch die Wohnung ging es dann wieder mit Hilfe der Holzböcke.
Eine Weile später war auch der Schrank wieder aufgebaut. Jetzt noch das Wasser wieder auffüllen und die ganze Technik wieder anschließen.
Leider haben diesen wahnsinnigen Transport nicht alle überlebt. Die traurige Bilanz des Abends war, dass der ganze Schwarm Rotkopfsalmler, die Hälfte der Kirschflecksalmler und ein paar Neons den Umzug nicht überlebt haben.
Eines war uns zu diesem Zeitpunkt bereits klar: der zweite Umzug des Aquariums im Januar, der würde besser geplant sein und anders ablaufen.